K L V T - Ausbildungsordnung vom 15.01.2007


Die Ausbildung ist aufgeteilt in:

  1. Praktische Tätigkeit, die wie folgt gegliedert ist:

      1.1 Durchzuführen an einer psychiatrischen klinischen Einrichtung
      1.2 Durchzuführen an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie oder eines Psychologischen Psychotherapeuten.
  2. Theoretische Ausbildung, deren Inhalt im Curricularen Lehrplan festgelegt ist und in Form von Vorlesungen, Seminaren und praktischen übungen durch die KLVT GmbH vermittelt wird.
  3. Praktische Ausbildung in ambulanter Krankenbehandlung mit Verhaltenstherapie durch die KLVT GmbH.
  4. Selbsterfahrung durch die KLVT GmbH.
  5. Institutsinterne Zwischenprüfung.
  6. Abschlussprüfung durch die staatliche Behörde.

Ausführungen zu obigen Punkten

Ad 1: Praktische Tätigkeit (§ 2 PsychTh-APrV)

(1) Die praktische Tätigkeit nach § 1 Abs. 3 Satz 1 (PsychTh-APrV) dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Sie steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht.

(2) Die praktische Tätigkeit umfaßt mindestens 1800 Stunden und ist in Abschnitten von jeweils mindestens drei Monaten abzuleisten. Hiervon sind zu erbringen:

  • mindestens 1200 Stunden an einer psychiatrischen klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung zugelassen wird, und
  • mindestens 600 Stunden an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung oder eines Psychologischen Psychotherapeuten.
Die KLVT GmbH hat mit verschiedenen Einrichtungen dieser Art Kooperationsverträge geschlossen und stellt jedem Ausbildungsteilnehmer den Platz für die praktische Tätigkeit zur Verfügung. In der Regel bestehen keine Verdienstmöglichkeiten.

Die Regelung der Arbeitsbedingungen obliegt ausschließlich dem für Psychiatrie und Psychotherapie weiterbildungsermächtigten Leitenden Arzt der Klinik oder dessen Bevollmächtigten.

Während der praktischen Tätigkeit in der psychiatrischen klinischen Einrichtung ist der Ausbildungsteilnehmer jeweils über einen längeren Zeitraum an der Diagnostik und der Behandlung von mindestes 30 Patienten zu beteiligen. Bei mindestens vier dieser Patienten müssen die Familie oder andere Sozialpartner des Patienten in das Behandlungskonzept einbezogen sein. Der Ausbildungsteilnehmer hat dabei Kenntnisse und Erfahrungen über die akute, abklingende und chronifizierte Symptomatik unterschiedlicher psychiatrischer Erkrankungen zu erwerben sowie die Patientenbehandlung fallbezogen und unter Angabe von Umfang u. Dauer zu dokumentieren.

(3) Die angefertigten Falldokumentationen sind der KLVT GmbH anonymisiert vorzulegen.

Ad 2: Theoretische Ausbildung (§ 3 PsychTh-APrV)

(1) Die theoretische Ausbildung nach § 1 Abs. 3 Satz 1(PsychTh-APrV) umfaßt mindestens 600 Stunden. Sie erstreckt sich auf die zu vermittelnden Grundkenntnisse für die psychotherapeutische Tätigkeit und im Rahmen der vertieften Ausbildung auf Spezialkenntnisse in der Verhaltenstherapie. Sie findet in Form von Vorlesungen, Seminaren, und praktischen übungen statt. Die Vorlesungen überschreiten ein Drittel der Stundenzahl der theoretischen Ausbildung nicht.

(2) In den Seminaren nach Absatz 1 Satz 2 sind die in den Vorlesungen und praktischen übungen vermittelten Ausbildungsinhalte der Anlage 1 (PsychTh-AprV) mit den Ausbildungsteilnehmern vertiefend und anwendungsbezogen zu erörtern. Dabei sind insbesondere psychologische, psychopathologische und medizinische Zusammenhänge herauszuarbeiten. Während der Seminare hat ferner die Vorstellung der praktischen psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten zu erfolgen.

(3) Die praktischen übungen nach Absatz 1 Satz 2 umfassen Falldarstellungen und Behandlungstechniken der praktischen psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten. Dabei sind die rechtlich geschützten Belange des Patienten zu berücksichtigen. Praktische übungen sind, soweit der Lehrstoff dies erfordert, in kleinen Gruppen durchzuführen.

(4) Die Ausbildung in der Theorie der Verhaltenstherapie erfolgt durch regelmäßige und kontinuierliche Vorlesungen, Seminare und Praktische übungen in den Räumen der KLVT GmbH. Sie werden von hauptamtlichen Mitarbeitern und nebenamtlichen Gastdozenten geleitet.

(5) Gliederung, zeitliche Abfolge und Inhalt der von der KLVT GmbH angebotenen Theorieausbildung sind ausführlich im Curricularen Lehrplan der KLVT GmbH beschrieben (insgesamt max. 87 Veranstaltungen mit je 7 Ausbildungsstunden a 45 Min.).

(6) Für die Theorieausbildung besteht Anwesenheits- und Protokollpflicht. Werden Veranstaltungen aus wichtigem Grund versäumt, müssen diese durch Besuch der entsprechenden Veranstaltungen im kommenden Ausbildungsjahr nachgeholt werden.

Ad 3: Praktische Ausbildung (§ 4 PsychTh-APrV)

(1) Die praktische Ausbildung nach § 1 Abs. 3 Satz 1 (PsychTh-APrV) ist Teil der vertieften Ausbildung in Verhaltenstherapie und dient dem Erwerb sowie der Vertiefung von Kenntnissen und praktischen Kompetenzen bei der Behandlung von Patienten mit Störungen mit Krankheitswert nach § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes. Sie umfasst mindestens 600 Behandlungsstunden unter Supervision mit mindestens 10 Patientenbehandlungen sowie mindestens 150 Supervisionsstunden, von denen mindestens 50 Stunden als Einzelsupervision durchzuführen sind.

Der Ausbildungsteilnehmer wird hierbei in verschiedenen Bereichen der praktischen Krankenbehandlung mit Verhaltenstherapie nach Maßgabe der Verfahren und Methoden der Psychotherapie-Richtlinien ausgebildet. Hierbei sind die Erkrankungen nach der ICD-10 maßgeblich.

(2) Die in Absatz 1 Satz 2 genannten Supervisionsstunden sind bei mindestens drei Supervisoren abzuleisten und auf die Behandlungsstunden regelmäßig zu verteilen. Die Supervision erfolgt durch Supervisoren, die von der KLVT GmbH sowie vom Landesprüfungsamt NRW anerkannt sind. Bei Gruppensupervision soll die Gruppe aus vier Teilnehmern bestehen. Für die Supervisionsausbildung besteht Anwesenheits- und Protokollpflicht.

(3) Die Zuweisung von Behandlungsfällen hat zu gewährleisten, daß die Ausbildungsteilnehmer über das Spektrum von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist, eingehende Kenntnisse und Erfahrungen erwerben (s.o.).

(4) Während der praktischen Ausbildung hat der Ausbildungsteilnehmer mindestens 10 anonymisierte schriftliche Falldarstellungen über eigene Patientenbehandlungen, die unter Supervision stattgefunden haben, zu erstellen. Die Falldarstellungen haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen, die Diagnostik, Indikationsstellung und eine Evaluation der Therapieergebnisse mit einzuschließen, ein ätiologisch orientiertes Krankheitsverständnis nachzuweisen sowie den Behandlungsverlauf und die Behandlungstechnik in Verbindung mit der Theorie darzustellen. Sie unterliegen der Beurteilung durch den zuständigen Supervisor.

(5) Die verhaltenstherapeutischen Behandlungen durch den Ausbildungsteilnehmer finden statt:

  • in den der KLVT GmbH angeschlossenen Ambulanzen
  • in einer klinischen Einrichtung, die mit der KLVT GmbH kooperiert.
(6) Jede Behandlung, die im Rahmen der Ausbildung durchgeführt werden soll, ist vorher im Ausbildungsinstitut und bei dem zuständigen Supervisor anzumelden.

(7) Zu den Supervisoren hat der Ausbildungsteilnehmer keine verwandtschaftlichen Beziehungen und steht in keinem wirtschaftlichen oder dienstlichen Abhängigkeitsverhältnis.

(8) Von den durchgeführten und dokumentierten Behandlungen sind mindestens zwei Falldarstellungen der KLVT GmbH als Prüfungsfälle vorzulegen.

Ad 4: Selbsterfahrung (§ 5 PsychTh-APrV)

(1) Die Selbsterfahrung nach § 1 Abs. 3 Satz 1 (PsychTh-APrV) in Verhaltenstherapie, die Gegenstand der vertieften Ausbildung ist, umfaßt mindestens 120 Stunden. Gegenstand der Selbsterfahrung sind die Reflexion oder Modifikation persönlicher Voraussetzungen für das therapeutische Erleben und Handeln unter Einbeziehung biographischer Aspekte sowie bedeutsame Aspekte des Erlebens und Handelns im Zusammenhang mit einer therapeutischen Beziehung und mit der persönlichen Entwicklung im Ausbildungsverlauf.

(2) Die Selbsterfahrung findet bei von der KLVT GmbH anerkannten Selbsterfahrungsleitern, die als Supervisoren nach § 4 Abs. 3 Satz 1 oder Abs. 4 (PsychTh-APrV) anerkannt sind, statt, zu denen der Ausbildungsteilnehmer keine verwandtschaftlichen Beziehungen hat und nicht in wirtschaftlichen oder dienstlichen Abhängigkeiten steht.

Ad 5: Institutsinterne Zwischenprüfung

Die institutsinterne Zwischenprüfung findet nach Absolvierung der Hälfte der Ausbildung statt, und ist Zulassungsvoraussetzung für die Abrechnung der Leistungen nach §117 Abs. 2 SGB V (Ambulanztätigkeit im Ermächtigungsverfahren).

Ad 6: Abschlussprüfung (§ 7-15 PsychTh-APrV) durch die staatliche Behörde

(1) Die Abschlussprüfung (Staatliche Prüfung) wird durch die zuständige Behörde durchgeführt. Institutsintern wird der erfolgreiche Abschluß der einzelnen Ausbildungsteile folgendermaßen sichergestellt:

  • Regelmäßige Teilnahme an Theorie- und Supervisionsveranstaltungen, nachgewiesen durch Teilnehmer- und Anwesenheitslisten
  • Protokollpflicht in der Theorie- und Supervisionsausbildung
  • Institutsinterne Zwischenprüfung
  • Mindestens 10 anonymisierte schriftliche Falldarstellungen über eigene Patientenbehandlungen, die unter Supervision stattgefunden haben, und vom Supervisor abgenommen wurden.
(2) Die allgemeinen Prüfungsbestimmungen sind der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten vom 18.12.1998 Zweiter Abschnitt § 7-15 PsychTh-AprV zu entnehmen.

Unterbrechung der Ausbildung, Anrechnung von Ausbildungen

(1) Die Regelung bzgl. der Unterbrechung der Ausbildung und Anrechnung von Ausbildungen sind der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten vom 18.12.1998 § 6 zu entnehmen. Eine Unterbrechung der Ausbildung ist prinzipiell nicht vorgesehen und kann nur in besonderen Fällen beim Landesprüfungsamt zur Genehmigung vorgelegt werden. Ein Wechsel von oder zu anderen staatlichen Ausbildungsinstituten ist prinzipiell möglich und die erbrachten Ausbildungsteile werden anerkannt.